IOT & M2M

BLOG

Entdecken Sie die neusten Trends und Wissenswertes über das Internet der Dinge und die digitale Transformation.

5G ermöglicht Drohnen-Quiddich dank geringer Latenz

BraveYourself ist eine junge Agentur, die virtuelle Welten schafft. Ende 2017 gegründet, hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, Spaß an neuen Techniken in die Business-Welt zu bringen. Dafür setzt BraveYourself auf Virtual Reality (VR): Digitale Umgebungen können so erlebbar werden – in der Planungsphase von Bauvorhaben, zur Messevorbereitung oder für Schulungszwecke. Das Start-up arbeitet bei Wayra, dem Open-Innovation-Hub von Telefónica Deutschland, in dem zurzeit auch ein 5G-Testlabor entsteht, und entwickelt das Mini-Multiplayer-Spiel „Game of Drones“.

Im Gespräch: Johannes Wolko, Executive Head (links i. B.), und Max Aigner (rechts i. B.), Tech Lead von BraveYourself

Redaktion: Was macht BraveYourself – könnt ihr ein paar Beispiele nennen?

Max Aigner: Wir schaffen virtuelle Welten, in die man richtig eintauchen kann. So haben wir zum Beispiel für die Firma Reprofil eine wunderschöne Messevisualisierung geschaffen, die auf PC, Tablet und Smartphone funktioniert. Mit 360-Grad-Technik kann man sich am Messestand umsehen und verschiedene Lichtsimulationen ausprobieren. Und für Elements Fitnessstudio haben wir eine VR-Anwendung entwickelt, mit der man virtuell „zu Fuß“ durch ein Studio gehen kann.

Redaktion: Wie seid ihr dazu gekommen, virtuelle Welten als euer Tätigkeitsfeld zu wählen?

Max Aigner: Wir haben mal eine App entwickelt, mit der man das Sprechen vor großem Publikum trainieren kann. Sie funktioniert sehr einfach. Man braucht nur eine VR-Halterung für sein Smartphone und unsere App „BraveYourself VR“. Die App stellt den Nutzer auf eine Bühne vor einer großen Zahl an Zuhörern. In diesem Setting kann man dann an seiner Bühnen-Performance sehr effektiv arbeiten. Das Know-how, das wir damit gesammelt, haben wir weiterentwickelt und nutzen es heute für unsere VR-Projekte.
Redaktion: VR ist keine brandneue Technik mehr. Viele Anbieter beschäftigen sich damit. Was macht BraveYourself besser als andere?
Johannes Wolko: Wir sind kleiner und flexibler. Großen Agenturen fällt es oft schwer, neue Technologien zu adaptieren. Sie hängen an ihren bestehenden Technologien fest. Diesen Ballast gibt es bei uns nicht.

Redaktion: Wenn der Begriff Virtual Reality fällt, wird oft auch von Augmented Reality und Mixed Reality gesprochen. Kannst du die Unterschiede ganz einfach erklären?

Max Aigner: Mit Virtual Reality, VR, schafft man eine eigene, vollkommen digitale Welt, die nicht in unmittelbaren Zusammenhang mit deiner Umgebung steht. Bei Augmented Reality, AR, werden in dein Sichtfeld auf die unmittelbare Umgebung Zusatzinformationen eingeblendet. Das kennen viele vielleicht schon vom Heads-up-Display im Auto, bei dem etwa Geschwindigkeit und Navi-Anweisungen in die Windschutzscheibe projiziert werden. Mixed Reality, MR, blendet Zusatzelemente perspektivisch richtig in das Sichtfeld ein, zum Beispiel Möbel in ein leeres Büro oder Montage- und Reparaturinformationen für Servicetechniker. Dafür muss die Technik die physische Welt richtig erkennen.
Ich halte diese Unterscheidung übrigens nur für eine temporäre Erscheinung. Bei allen drei Begriffen geht es um denselben technischen Hintergrund: digitale Inhalte werden auf ein tragbares Display, auf eine Brille übertragen.

Redaktion: Warum haben sich diese Techniken noch nicht weiter verbreitet?

Max Aigner: Bisher sind die Anzeigetechniken noch ziemlich klobig und unkomfortabel zu tragen. Aber es gibt bereits spannende Ankündigungen von kleineren, leichteren und komfortableren Techniken. Nicht nur zur Anzeige, sondern auch zur Steuerung. Die funktioniert in Zukunft ohne Zusatzgeräte.

Fußball und Drohnen stoßen in dem minimalistischen Mini-Mehrspieler-Game „Game of Drones“ aufeinander.

Redaktion: Ihr habt euch zum Ziel gesetzt, Spaß in die Business-Welt zu bringen. Wie stellt ihr euch das vor?

Johannes Wolko: Die Welten, die wir schaffen, sollen nicht nur neugierig machen, sondern auch Spaß. Ganz einfach. Wir haben zum Beispiel mit „Game of Drones“ ein Mini-Multiplayer-Game entwickelt, das dem Ballspiel Quiddich aus Harry Potter ähnelt. Allerdings wird das bei uns nicht auf Besenstielen gespielt, sondern mit Drohnen: Zwei Teams aus bis zu zwei Spielern steuern virtuell Drohnen, mit denen sie im dreidimensionalen Raum mit einem Ball Punkte erspielen wollen. Das macht sehr viel Spaß – und man erlernt spielerisch das Steuern von Drohnen.

Redaktion: Für euer Spiel setzt ihr auf 5G-Technik. Wofür braucht ihr den neuesten Mobilfunkstandard?

Max Aigner: Für eine realistische Drohnensteuerung muss das ganze System sehr schnell reagieren. Die Vernetzung der bis zu vier Spieler darf so gut wie keine Verzögerung verursachen, sonst können die dahinter liegenden Physikmodelle nicht funktionieren. Das eigentliche Spiel läuft über unsere Server. Eine Standardvernetzung reicht da kaum, weil die Verzögerungen von vielleicht so 40 Millisekunden mit sich bringt. Bei 5G geht die Latenz bis hinunter zu 1 Millisekunde. Damit bekommen die Mitspieler die Bilder des Spiels schnell genug auf ihre VR-Brille und können ohne Verzögerung reagieren.

Redaktion: Warum seid ihr mit BraveYourself bei Wayra eingezogen?

Johannes Wolko: Bei Wayra haben wir ein großartiges Arbeitsumfeld mit anderen Start-ups. Der Austausch macht sehr viel Spaß. Es ist sehr schade, dass wir wegen der Corona-Pandemie zurzeit nicht in den Büros von Wayra arbeiten können.
Uns interessiert auch das 5G-Testlabor, das Wayra aufbaut. Dort können wir selbst ausprobieren, wie wir am besten mit der Vernetzung mittels 5G arbeiten können.

Max Aigner: Ich möchte noch etwas zur Corona-Pandemie ergänzen: Sie gibt der Digitalisierung in vielen Bereichen einen richtigen Boost. Das gilt ganz sicher auch für virtuelle Welten, denn sie ermöglichen selbst bei Kontaktverboten und Reisebeschränkungen spannendes Erleben, das Spaß macht – ob auf virtuellen Messen mit entsprechenden Darstellungen oder Präsentationen, bei denen man in neue Räume eintauchen kann. Unternehmen, die dafür Unterstützung benötigen, sind bei uns an der richtigen Adresse.

Redaktion: Was sind eure nächsten Schritte?

Max Aigner: Wir erstellen weiterhin VR-Welten im Kundenauftrag, um die Arbeit an unserem Drohnenspiel zu finanzieren. Und für das Spiel selbst trainieren wir zurzeit die KI, die Künstliche Intelligenz. So treiben wir die Qualität des Spieleerlebnisses voran, um dann in die Vermarktung zu gehen.

Redaktion: Viel Erfolg dafür!