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Blick hinter die Kulissen:
Zu Besuch im Telefónica Service Integration Center

An kaum einem anderen Ort wird einem der immense Aufwand zur Bereitstellung einer Telekommunikationsverbindung derart bewusst wie im Telefónica Service Integration Center. Werfen Sie mit uns einen Blick in dessen heiligen Hallen!

Eine Telekommunikationsinfrastruktur ist ein Gebilde, das sich nur schwer greifen und vorstellen lässt. Für den Volksmund ist es schlichtweg „das Netz“. Doch was man gerne vergisst und oder auch nie so wirklich vor Augen hat: Dahinter verbirgt sich ein riesengroßer Apparat an Hardware, verschiedene Netztechnologien und noch mehr Sicherungssysteme.

Wann immer beispielsweise ein neues Device, wie das neue Apple iPhone, das neueste Samsung Galaxy oder das Huawei Mate X, auf den Markt kommen, müssen deren Netzverbindungen ausgiebig getestet werden.

Ebenso wenn ein neuer Netz-Standard eingeführt wird. Das ist zum Beispiel dieses Jahr nach der Versteigerung der 5G-Lizenzen der Fall. Sämtliche Szenarios müssen dann durchgespielt werden.

Und natürlich nicht zu vergessen die Problembehebung. Wann immer unsere Kunden Beeinträchtigungen beklagen, wollen wir als Anbieter diese natürlich nachvollziehen. Dazu müssen wir die genauen Umstände nachkonstruieren.

Für diese drei Szenarien (und zahlreiche weitere Testvarianten) gibt es das Telefónica Service Integration Center – eines in Hamburg mit Schwerpunkt Festnetz-Tests und eines in München für Mobilfunknetz-Tests.

Bis vor drei Jahren lag zweiteres noch im Keller des Münchner o2 Downtown Gebäudes. Abgeriegelt vom restlichen Geschäftstreiben im Haus ging hier in die Praxis, was in den Stockwerken darüber geplant wurde. Doch mit den steigenden Anforderungen wurden die Räumlichkeiten zu klein und mit dem Umzug in den Tower entschieden, eine eigenständige Lokation für die Testaktivitäten aufzubauen.

Rundgang durchs Telefónica Service Integration Center

Eigentlich ist das Telefónica Service Integration Center nicht für Besucherverkehr zugänglich. Für den IoT Blog wurde jedoch eine Ausnahme gemacht und Axel Kindermann, Leiter des Münchener Labors, empfing Jürgen Pollich, Head of Business M2M/IoT bei Telefónica Deutschland, und sein Team zu einer exklusiven Führung.

Los geht’s im Besprechungsraum. Unser Blick wandert sofort aus dem Fenster und direkt auf eine riesige Rückkühler-Anlage. Ihre zwei redundanten Außenrückkühler mit einer Gesamt-Kühlleistung von 1,6 MegaWatt und einem Gewicht von je 11 Tonnen ist nötig, um die in den Rechenhallen entstehende Hitze herunterzukühlen. Links hinter dem Fenster geht die Anlage weiter.

Nicht nur für „Techies“ ist der Blick ins Telefónica Service Integration Center ein Erlebnis

Schon der erste Eindruck beantwortet die Frage, warum der Keller im o2 Downtown Gebäude zu klein wurde und das Lab vor zwei Jahren in eine ehemalige Lagerhalle umziehen musste. Von außen lässt sich nicht ansatzweise erahnen, was sich hinter der schmucklosen Lagerfassade verbirgt.

Wie eine Klinik für Telekommunikation

Auf einer Gesamtfläche so groß wie ein Fußballfeld verteilen sich vier Hauptbereiche. Das Leben findet im Erdgeschoss statt. Hier ist die Testhalle, in der Telekommunikationsexperten aus aller Welt mit Hilfe von Computern, Funkschirmboxen und diversen technischen Hilfsgeräten sämtliche Szenarien durchprüfen.

Blick in der Testerhalle. Clever: Die weißen Platten an der Decke sind an die Klimaanlage des Data Centers verbunden und dienen so als energiesparende Heizung im Winter, im Sommer hingegen kühlen sie den Raum

„Das hat definitiv Silicon Valley Flair“, stimmt Jürgen Pollich seinen Kollegen zu. Pollich ist bereits seit Jahren bei der Telefónica. Und vom Service Integrations Center war auch er sichtlich beeindruckt. Alles ist hier auf dem neuesten Stand der Technik:

Eines der wichtigsten Arbeitsgeräte der Tester ist nicht viel größer als ein Schuhkarton. Sein Name: „Schirmbox“. In dieser Box wird das zu testende Mobilfunkgerät gelegt und in kleinstem Raum exakt jene Mobilfunknetz-Bedingungen simuliert, die es zu testen gilt. Die Daten werden am Laptop ausgewertet und helfen so dabei, Gründe für Fehler oder Abweichungen zu identifizieren.

Axel Kindermann (Lead of Testing and Accreditation bei Telefónica Deutschland) zeigt, wie die effiziente Stromnutzung durch smarte Steuerung kontinuierlich optimiert wird. Auch Infos zu Strahlung und Konnektivität sind auf den digitalen Anzeigen jederzeit einsehbar.

„Etwa 40 bis 50 Tester aus circa 15 Nationen arbeiten im Testlabor“, erzählt Axel Kindermann. Für viele Telefónica-Mitarbeiter bilden sie das Rückgrat des Unternehmens. Eine enge Abstimmung und Zusammenarbeit mit ihnen ist essentiell, um die neuesten Netz-Technologien permanent zu optimieren.

Klinische Ordnung und Sauberkeit in allen Ecken

Unter den Testern liegen drei Rechen-Hallen – jede in etwa so groß wie ein Handballfeld. Und egal, wohin man hier schaut: Jeder Gang, jeder Schrank, jedes Rack, jedes Kabel ist penibel ordentlich und sauber beschriftet, geordnet und sortiert. So sehr man sich auch bemüht: Im Telefónica Service Integration Center findet man nichts, was nicht einen angestammten Platz hat und einem klaren Zweck dient.

Passt nur hochkant aufs Bild und kennt man eigentlich nur von Hausdächern: eine Mobilfunk-Antenne. Diese hier dient nur den Anschauungszwecken. Die eigentlichen Funksignale (2G / 3G / 4G) werden den Testern über die Schirmboxen zur Verfügung gestellt. Mit den verfügbaren Elementen könnte eine Großstadt versorgt werden. Diese sind aber einzig und allein für die Versorgung des Telefónica Service Integration Center mit einem eigenen Mobilfunknetz im Einsatz.

Sieht aus wie eine Anlieferung, ist es aber nicht: In diesem Anhänger befindet sich eine mobile Klimaanlage.

Raum Nummer 1, den es hoffentlich nie braucht: Im Feuer-Fall haben Mitarbeiter 30 Sekunden Zeit die Serverräume zu verlassen, dann werden jene Bereiche, in denen es brennt, unter Hochdruck mit Stickstoff aus diesen Flaschen geflutet. Dadurch wird nicht nur das Feuer schnell gelöscht, sondern zugleich die noch nicht abgebrannte und im Raum befindliche Technik gerettet.

Raum Nummer 2, den es hoffentlich nie braucht: Fällt der Strom mal aus, wird das Lab mit Hilfe von 480 Batterien notstromversorgt.

Übrigens: Auch Ihr Unternehmen kann eine solche Testumgebung nutzen!

Nicht nur für Telefónica als Telekommunikationsanbieter ist ein hochmodernes Test-Labor wie das Telefónica Service Integration Center von größter Wichtigkeit, wenn es darum geht, die Marktreife und Betriebsstabilität von Verbindungstechnologien sicherzustellen.

Auch Unternehmen, die an einer eigenen IoT/M2M-Lösung arbeiten und oder sich derzeit mit dem Thema 5G beschäftigen, sind in der Planungs- und Testphase auf eine solche Infrastruktur angewiesen.

Telefónica steht hierbei seinen Geschäftskunden mit Rat und Tat zur Seite. Neugierig? Kontaktieren Sie uns hier!