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Fifth Screen
Wie autonomes Fahren unseren Medienkonsum verändern wird

Die 5G-Lizenzen sind in Deutschland noch gar nicht final versteigert. Im Hintergrund jedoch wird schon länger an vielen Fronten rund um die neue Mobilfunktechnologie geforscht und entwickelt. Ein Projekt von Telefónica zeigt nun warum und wie 5G autonomes Fahren ermöglicht und zugleich unser Online-Verhalten revolutioniert.

Talavera de la Reina ist ein (bisher) eher unbekanntes und unscheinbares Örtchen im Südosten von Madrid. Wer sich jedoch für Zukunftstechnologien interessiert, sollte in den Straßen von Talavera de la Reina besonders genau hinschauen. Denn der Ort ist Teil des Projekts 5G Technological Cities, das im vergangenen Januar von Telefónica ins Leben gerufen wurde.

Das Ziel: Zusammen mit Segovia soll Talavera in ein lebendiges 5G-Labor verwandelt werden. Diverse 5G-Anwendungsfälle werden hier in der Praxis getestet, um so wichtige Erkenntnisse für internationale Einsätze zu generieren.

Telefónica testet autonomes Fahren mit Zusatz-Features

Einer dieser Anwendungsfälle ist ein elektrischer Kleinbus der französischen Firma EasyMile (Modell „EZ10“). Das Besondere in diesem Projekt: Dank 5G-Konnektivität fährt der Kleinbus nicht nur autonom, sondern ermöglicht es den Passagieren zeitgleich datenintensive Internetanwendungen ohne Verzögerungen oder lange Ladezeiten durchzuführen.

Möglich macht dies eine Zusammenarbeit der Firmen EasyMile (Pionierunternehmen für autonome Fahrzeuglösungen), CarMedia Solutions (spanisches Startup, verfolgt die Vision einer Infotainment-Plattform für neue Smart Mobility Konzepte), Ericsson (Anbieter für Kommunikationtstechnologie, stellte 5G-Terminal und -Antenne zur Verfügung) und Telefónica (ermöglichte als Netzbetreiber 5G-Abdeckung).

5G ermöglicht noch viel mehr als autonomes Fahren

Erste Tests zeigten, dass autonomes Fahren dankt 5G nicht nur möglich wird, sondern die Leistungsfähigkeit des neuen Standards zugleich weitere, neue Möglichkeiten für den Fahrgast schafft. Konkret heißt das: 5G ist schnell und leistungsstark genug, um während der Fahrt zugleich Videostreaming, Daten-Download und -Upload und andere datenintensive Anwendungen zu ermöglichen.

Aufs Erste mag diese Info vielleicht nicht erstaunen. Auf den zweiten Blick jedoch sehr wohl! Denn man muss wissen, dass autonomes Fahren über Sensoren täglich bis zu 4 TB (entspricht 4.000 Gigabyte) an Daten generiert und mobil übermittelt – und dies mit einer sehr niedrigen Latenzzeit. Währenddessen bei voller Fahrt High-Definition-Inhalte zu streamen ist somit durchaus ein großer Schritt.

So kann Smarte Mobilität unser Medienverhalten verändern

Im Fall des EasyMile-Kleinbusses in Talavera de la Reina konnten die Passagiere über die CarMedia-Plattform exklusiven, georeferenzierten Tourismus-Content von Movistar+ genießen.

Während der fahrerlosen Fahrt durch die Stadt, wurde auf einer Leinwand ein wahres Multimedia-Erlebnis geboten, das sich direkt auf die Umgebung bezog und vorbeiziehende Lokale, Sehenswürdigkeiten und Shops erklärte. Auch digitale Dienste, wie etwa Zugriff auf ein virtuelles Büro, wurden geboten, sodass remote arbeiten im Auto simuliert werden konnte.

Was bedeutet „Fifth Screen“?

Möglichkeiten wie diese sind es, die Tech-Experten und -Unternehmen wie CarMedia Solutions davon überzeugen, dass das Auto nach Fernseher, Kino, PC und Smartphone zum „Fifth Screen“ wird. Damit ist gemeint, dass vernetzte Screens in Fahrzeugen zu einem weiteren von uns alltäglich gebrauchten Device werden und so unser Lebensweise verändern.

Schätzungen zufolge wird es bis 2022 etwa 10 Millionen autonome Fahrzeuge geben. Ein Großteil von ihnen wird rund um die Uhr Passagiere abholen und könnte damit eine Gesamt-Nutzungsdauer von schätzungsweise rund 200 Millionen Stunden pro Tag generieren.

Wann das Szenario eines „Fifth Screen“ im autonomen Straßenverkehr jedoch tatsächlich zu unserem Alltag gehört, wird in erster Linie vom Ausbau des 5G-Standards abhängen. Ihn flächendeckend bereitzustellen, wird Jahre dauern. Für eine urbane Nutzung könnten jedoch Städte, Kommunen und Wirtschaft entscheidende Treiber sein und die Entwicklung beschleunigen.