IOT & M2M

BLOG

Entdecken Sie die neusten Trends und Wissenswertes über das Internet der Dinge und die digitale Transformation.

Wie das IoT die Mode- und Textilindustrie revolutionieren kann

Kann man den Alltag mittels Kleidung smarter machen? Ja! Durch IoT bekommt auch die Mode ungeahnte Möglichkeiten. Möglichkeiten, die das Potenzial haben, den Markt für immer zu ändern. Lesen Sie, was bald gehen könnte und schon jetzt Praxis ist!

Dank dem Internet der Dinge, kurz „IoT“, können zahlreiche Bereiche des täglichen Lebens global miteinander vernetzt werden. Auf einem Innovationskongress prognostizierte Cisco Manager Bernd Heinrichs, dass bereits 2020 bis zu 20 Milliarden Dinge miteinander vernetzt sein werden. Wer hier allerdings nur an technisch geprägte Produkte wie Autos oder Haushaltsgeräte denkt, verkennt das Ausmaß der Möglichkeiten des IoT. Das Internet der Dinge wird in alle unsere Lebensbereiche hineinragen. Auch unsere Kleidung ist nicht ausgenommen.

Wenngleich das Zusammenspiel von Mode und Technologie bislang noch etwas kostenintensiv ist, sprechen Experten von einem boomenden Sektor des IoT-Marktes. Vor allem die Arbeits-, Sport- und Gesundheitsbereiche setzen auf die vernetzte Kleidung und treiben die Entwicklung rasant voran. Für Aufsehen sorgte in diesem Zusammenhang die von Google und Levi’s entwickelte Jeans-Jacke „Levi’s Commuter Trucker Jacket“. Durch Wischgesten oder Antippen des Stoffes steuert ihr Träger oder ihre Trägerin die Smartphone-Funktionen, die in der City gebraucht werden. Telefonieren, Musik hören und Navigieren, ohne dauernd den Smartphone-Screen zu berühren – neben dem gesteigerten Komfort ist dies sogar ein handfestes Plus an Sicherheit im Stadtverkehr.

Smartes Klimashirt und Filterschals

Die Entwickler des spanischen Labels Wendu haben ein klimaaktives Bustier entwickelt, das per App den wichtigen Bereich des oberen Thorax bei hoher Aktivität herunterkühlt. Durch eine kompakte Steuer- und Energieeinheit, die am Hosenbund fixiert wird, lässt sich die Temperatur im Brustbereich so exakt zwischen 20 und 40 Grad Celsius justieren – zum Kühlen oder bei Bedarf zum Aufwärmen. So bleibt der Körper bei Aktivitäten länger leistungsfähig.

In Frankreich arbeitet die Nachwuchsunternehmerin Caroline van Renterghem an einem Schal, der mit einem Sensor die Luft filtert und nach einer Analyse die Farbe ändert. Auf diese Weise können Radfahrer Luftverschmutzung und Autoabgasen erkennen und meiden. All diese Projekte zeigen die unendlichen Möglichkeiten der „IoT-Mode“.

Wie es mit der vernetzten Mode weitergeht

Mode und Kleidung sind etwas, das die Menschen tagtäglich umgibt und beschäftigt. Es steht außer Frage, dass die Mode- und Textilindustrie die Zeichen der Zeit erkannt haben und ihre Fühler immer weiter in den IoT-Markt strecken.

Selbst etablierte IT-Haudegen „der alten Schule“ wie der ehemalige Microsoft-Manager Davide Vigano sind von der „smarten Mode“ überzeugt und entwickeln mit. Vigano ist heute CEO von Heapsylon – einer Firma, die Laufsocken mit Sensoren herstellt. Diese tracken Schritte, Temperatur und Schrittrhythmus des Trägers. Durch eine Analyse der Abrollbewegung des Fußes soll außerdem Verletzungen vorgebeugt werden.

Textilhersteller werden zu Medienunternehmen

Niall Murphy, Mitbegründer und CEO des IoT-Softwareunternehmens „Evrythng“, sieht vor allem im Textilmarkt gewaltige Umbrüche. Immer mehr Modefirmen bringen demnach bereits am Produktionsstandort digitale Identifikationsgadgets an. Auf diese Weise kann beispielsweise der Lieferprozess getrackt oder die Langlebigkeit eines Produktes nachvollzogen werden.

Und auch die Verbraucher wünschen sich laut Aussagen des Experten immer mehr technische Dreingaben an ihrer Kleidung. Genau hier sieht Murphy das größte Potenzial: „Wenn nur ein Teil der Billionen von Produkten, die jedes Jahr verkauft werden, digitalisiert wird, werden diese zum digitalen Interaktionspunkt und machen die Hersteller zu einem der größten Medienanbieter der Welt.“

Die boomende IoT-Branche sorgt für zukunftsprägende Möglichkeiten in der Textil- und Modeindustrie. Software, Sensorik, Datenmanagement und intelligente Vernetzung werden aus Bekleidung multifunktionale IoT-Systeme machen.
Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Netzwerken finden Sie hier.